Endorphine
Was sind Endorphine?
Endorphine (gr. Endogenes = innen geboren und Morphine) sind
Neurohormone (Polypeptide) mit neuromodulatorischer Wirkung und gehören zur Gruppe der
endogenen Opiate (neben Endorphinen gibt es noch die kürzerkettigen Enkephaline, die als
Neurotransmitter wirken). Neben der Schmerzlinderung bescheren sie Menschen in
Extremsituationen (nach Langstreckenläufen oder Bungee-Sprüngen) ein rauschartiges
Gefühl. Endorphine / Enkephaline sind die Neurotransmitter, der der Schmerzbahn
vorgeschalteten Synapsen und setzen deren Empfindlichkeit durch präsynaptische Hemmung
herab.
Wie wirken Endorphine?
Die Endorphine heften sich an bestimmte Rezeptoren
an der postsynaptischen Membran, den Opiatrezeptoren, und hemmen durch deren Aktivierung
die Ausschüttung von Neurotransmittern in der nachfolgenden afferenten,
schmerzmitteilenden Leitungsbahn. Diese Hemmung erfolgt beispielsweise durch Blockierung
der Stoffwechselkette der Zelle. So blockiert der aktivierte Rezeptor das Enzym
Adenylatcyclase, das für die Umwandlung von ATP zu cAMP zuständig ist. Da cAMP unter
anderem als second messenger innerhalb der Zelle viele Stoffwechselvorgänge durch
Aktivierung von Enzymen kontrolliert, wird nun auch die Ausschüttung der Neurotransmitter
bei ankommenden Aktionspotentialen gehemmt. Durch diese präsynaptische Hemmung wir das
Schmerzsignal nur noch schwach bis gar nicht weitergeleitet.
Normalerweise (wenn keine Endorphine vorhanden sind)
liegt in den vorgeschalteten Synapsen der Transmitter Naloxin vor, der sich als
natürlicher Antagonist zu den Endorphinen verhält und an den Opiatrezeptoren bei
ankommenden APs andockt. Er wirkt deshalb auf die Schmerzbahn erregend.